Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Kreis rät zu Zuspruch statt Strafe - Zeugnisse nicht Maß aller Dinge

Die Zeugnisvergabe steht vor der Tür. Mancher Schüler kämpft da mit einem mulmigen Gefühl. Denn wenn die Noten aus Sicht der Eltern nicht stimmen, ist der Familienfrieden möglicherweise zeitweilig dahin.

„Ängste und Sorgen vor Bestrafungen sowie Auseinandersetzungen wegen der Zeugnisnoten können dazu führen, dass sich Kinder mit ihrem Zeugnis nicht nach Hause trauen“, weiß Sandra Waßen, Fachbereichsleiterin Familie und Jugend beim Kreis Unna.

Sie hat die Erfahrung gemacht, dass es für Eltern manchmal nicht einfach ist, mit den Zeugnissen ihrer Kinder angemessen umzugehen. Vor allem sei zu klären, aus welcher Blickrichtung die Eltern die Zeugnisse anschauten. „Monatelang haben Kinder mal mehr und mal weniger ihre Hausaufgaben gemacht, haben Arbeiten geschrieben und sich mündlich im Unterricht engagiert. Dennoch ,stimmen‘ die Noten nicht. Das ist für beide Seiten ein Problem“, so Waßen.

Zeugnisse sind kein Werturteil über die Persönlichkeit

In solchen Fällen täten die Eltern gut daran, die Aussagekraft von Zeugnissen richtig einzuschätzen. „Kein Zeugnis bietet eine hundertprozentig objektive Diagnose der Leistungen eines Schülers“, unterstreicht Sandra Waßen. „Die Zeugnisse stellen eine mehr oder minder scharfe Momentaufnahme dar, sind aber kein Werturteil über die Persönlichkeit und schon gar nicht ein unwiderrufliches Urteil.“

Anrufen bei der „Nummer gegen Kummer“

Rat und Hilfe gibt es übrigens mehrfach: Bei der Psychosozialen Beratungsstelle des Kreises unter Fon 0 23 01 / 91 33 40, beim Allgemeinen Sozialdienst in Bönen unter Fon 0 23 83 / 92 16 0, in Fröndenberg unter fon 0 23 73 / 75 26 80 und in Holzwickede unter Fon 0 23 01 / 91 39 20 oder auch bei der bundesweit geschalteten „Nummer gegen den Kummer“: 0 800 / 11 10 333.
- PK -

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