Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Nicht schwindelfrei - Getrübte Freude im Bergurlaub

„Visuelle Höhenintoleranz“ – so nennen Ärzte und Psychologen ein Phänomen, das bei etwa jedem Vierten mindestens einmal im Leben auftritt und nichts anderes beschreibt als Höhenschwindel.

„Wer im Alltag wenig mit großen Höhen konfrontiert ist, bemerkt das unangenehme Gefühl vielleicht erstmals im Bergurlaub oder bei der Sightseeing-Tour auf einem hohen Aussichtspunkt“, sagt Birgit Habbes, Amtsapothekerin des Kreises und warnt: „Gerade im Gebirge kann das sogar gefährlich werden.

Wer beispielsweise auf einem Gipfel durch ein Fernglas blickt, dessen Augen finden keine festen Anhaltspunkte im Blickfeld und der Körper gerät ins Schwanken – kann man sich nirgendwo festhalten, besteht das Risiko zu stürzen.“

Ganz normaler körperlicher Effekt

Würden dann auch noch bewegliche Objekte wie Wolken oder Vögel beobachtet, werde der Höhenschwindel zusätzlich verstärkt. „Höhenschwindel ist unangenehm, aber – im Gegensatz zur Höhenangst  – ein ganz normaler körperlicher Effekt, dem man mit relativ einfachen Maßnahmen entgegenwirken kann“, erläutert Birgit Habbes.

Um Schwindelfreiheit zu trainieren empfiehlt die Amtsapothekerin, Weit- und Tiefblicke zu vermeiden oder zumindest feste Objekte im Blickfeld zu behalten (z.B. Geländer oder Bäume). Kürzere Blicke in die Tiefe seien außerdem besser als lange.

Festhalten oder hinsetzen

„Bei starkem Schwindelgefühl hilft es, sich festzuhalten oder sich hinzusetzen“, rät Habbes außerdem. Selbst erfahrene Bergsteiger müssen sich in einer neuen Saison erst wieder an die Höhe gewöhnen – für nicht schwindelfreie Bergliebhaber besteht also noch Hoffnung auf unbeschwerte Wandertrips, denn Schwindelfreiheit ist auch Gewöhnungssache.
- PK -

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