Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Mehr Nervenärzte - Kreisseniorenkonferenz unterstützt Parkinson-Forum

„Wir sind mit praktizierenden Nervenärzten im Kreis Unna nicht ausreichend versorgt“, sagte Dr. Hans Wille in der Kreisseniorenkonferenz. Dr. Wille ist Vorsitzender einer Selbsthilfeorganisation für Menschen, die von Morbus Parkinson oder anderen chronischen Bewegungsstörungen betroffen sind.

Er schilderte in einem ausführlichen Bericht die Situation für Parkinson-Erkrankte beim Versuch, im Kreis Unna einen Arzttermin bei einem Nervenarzt zu erhalten. Das gilt in erster Linie für diejenigen, die beispielsweise einen Neurologen zu einem Erstgespräch aufsuchen möchten.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe verweise immer wieder auf die aus ihrer Sicht ausreichende Versorgung mit Nervenärzten im Kreis Unna und belege diese Feststellung mit dem Hinweis auf die Vorgaben der Bedarfsplanungs-Richtlinie.

Im Vergleich hintendran
Wie ungerecht und nicht nachvollziehbar die Verteilung der Nervenärzte erfolge, sei mit einem einfachen Vergleich zu belegen: Während beispielsweise in Rostock für 13.745 Einwohner ein Nervenarzt nach der Bedarfsplanungs-Richtlinie vorgesehen sei, kämen im Kreis Unna rund 30.770 Einwohner auf einen Nervenarzt.

„Wenn es uns nicht gelingt, die Bedarfs-Richtlinie für den Kreis Unna zu ändern, werden sich die Probleme für die Parkinson-Erkrankten beim Arztbesuch nicht lösen lassen“, war die klare Feststellung von Dr. Wille.

Bedarfsplanungs-Richtlinie überarbeiten
Die Kreisseniorenkonferenz wird das Parkinson-Forum bei dem Vorhaben unterstützen, im Kreis Unna Verbesserungen herbeizuführen. In erster Linie wird es darauf ankommen, die Bedarfsplanungs-Richtlinie zu überarbeiten und nach einem gerechten Maßstab für die Verteilung der Nervenärzte zu suchen. Wenn das erreicht wird, müssen neue Modalitäten für die Niederlassung von Nervenärzten gefunden werden. Dieses Ziel ist nur über die Politik zu erreichen. Nach der Bundestagswahl wird das Thema in der Kreisseniorenkonferenz erneut auf die Tagesordnung kommen.
- Ernst-Dieter Standop -

 

Blick in die Presse