Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Zahnunfall – Was tun? - Kreis gibt Tipps zur schnellen Hilfe

Einmal gestolpert und unglücklich gelandet – da ist es schnell passiert: Fast jedes dritte Kind erleidet bis zum Alter von zwölf Jahren einen Unfall an den bleibenden Zähnen. Der Zahnärztliche Dienst des Kreises Unna gibt Tipps, um zu retten, was zu retten ist.

„Schnelle und richtige Hilfe verbessert die Chancen, einen ausgeschlagenen Zahn zu retten oder abgeschlagene Zahnstücke wieder anzukleben“, erklärt Dr. Claudia Sauerland, die Leiterin des Zahnärztlichen Dienstes beim Kreis Unna. Wer nach einem Zahnunfall Erste Hilfe leistet, sollte deshalb unbedingt den Zahn oder das Bruchstück suchen – und wenn es gefunden ist, nur an der Zahnkrone anfassen. Die Wurzeloberfläche darf nicht berührt werden.  

Zahnrettungsbox der optimale Aufbewahrungsort

Idealerweise, unterstreicht die Zahn-Expertin des Kreises, werden die ausgeschlagenen Zähne oder Zahnbruchstücke anschließend bis zur Erstversorgung durch einen Zahnarzt in einer Zahnrettungsbox aufbewahrt: „Sie enthält eine Nährlösung und schützt bis zu 48 Stunden vor weiteren Schäden, besonders vor dem Austrocknen.“

Zahnrettungsboxen, mit denen inzwischen die meisten Kindertagesstätten und Schulen ausgestattet sind, gibt es in der Apotheke zu kaufen. „Wer sie in die Hausapotheke stellen möchte, sollte darauf achten, dass die Haltbarkeit begrenzt ist“, gibt Dr. Sauerland einen wichtigen Hinweis.

H-Milch tut’s zur Not auch

Doch nicht immer steht eine solche Box zur Verfügung. Dann können Zahn und Bruchstücke ein bis zwei Stunden in H-Milch oder in isotoner Kochsalzlösung aufbewahrt werden. Zur Not, so Dr. Sauerland, könne der Zahn auch in eine saubere Plastikfolie eingeschlagen werden, um die lebenswichtigen Zellen auf der Wurzeloberfläche nicht austrocknen zu lassen. So können bis zu 30 Minuten überbrückt werden. Ungeeignet sind das Einlegen in Wasser, ein feuchtes Taschentuch oder eine Trockenlagerung. Der ausgeschlagene Zahn sollte auch nicht in der Mundhöhle zum Zahnarzt transportiert werden, da die Gefahr besteht, dass er vor Aufregung verschluckt wird.
 
Wenn alles gut läuft, können ausgeschlagene bleibende Zähne wieder in den Kieferknochen eingesetzt und Zahnbruchstücke mit Spezialkunststoff angeklebt werden.
- PK -

              

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