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Phosphor-Recycling aus Abwasser

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Die Rückgewinnung von Phosphor aus Abwasser steht im Mittelpunkt des INTERREG-Projekts „Phos4You“. Unter Federführung des Lippeverbandes werden mit elf Partnern aus sieben Ländern Verfahren erprobt, um den Bedarf an diesem Rohstoff möglichst ohne Importe zu decken.

Phosphor ist als Baustein der DNA unverzichtbar für alles Leben - keine Pflanze kann ohne Phosphor wachsen, kein Mensch, kein Tier kann ohne Phosphor leben.

Einen Kreislauf von Phosphor zwischen Nahrungskette, Wasserwirtschaft und Landwirtschaft gab es so lange, wie Klärschlämme aus der Abwasserreinigung als Dünger eingesetzt wurden.

Doch mittlerweile wird nicht nur in Deutschland die Düngung mit Klärschlamm wegen des damit verbundenen Eintrags von Schadstoffen immer mehr eingeschränkt. Damit geht auch der darin enthaltene Phosphor für die Landwirtschaft und die Ernährung verloren.

Großes Potenzial für Rückgewinnung
In Deutschland formuliert die kürzlich novellierte Klärschlammverordnung daher die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm als gesetzliche Anforderung für Kläranlagen ab einer Kapazität von 50.000 Einwohnerwerten.

An dieser Stelle kommt „Phos4You“ ins Spiel: Bis 2020 will das Projekt Produkte und Verfahren für eine wirtschaftliche Gewinnung und Nutzung von Phosphor aus Klärschlamm entwickeln bzw. erproben. „Phos4You“ soll zeigen, dass die Rückgewinnung von Phosphor aus Abwasser machbar ist.

Das untersuchen Wasserwirtschaftsverbände
Im Pilotprojekt untersucht der Lippeverband die Frage, wie sich die aus eigenen Kläranlagen gewonnene Klärschlamm-Asche nach entsprechender Behandlung im industriellen Maßstab bei der Produktion von Dünger nutzen lässt. Das Pilotprojekt der Emschergenossenschaft beinhaltet die Herstellung einer speziellen Asche, die nach einer zweistufigen Verbrennung direkt als Dünger verwertbar ist. Diese Asche soll in einer Pilotanlage auf dem beim Klärwerk Emschermündung in Dinslaken angesiedelten „Technikum“ der Emschergenossenschaft produziert werden.
- Lippeverband -

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