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Wissen rund um den Pilz - Saison für Marone, Steinpilz und Co.

Diesmal ist alles anders. Pilze haben traditionell im Herbst Hochsaison, dank der Kombi von Wärme und Regen kann aber jetzt bereits gesammelt und gegessen werden. Doch Achtung: Neben der Gefahr einer Pilzvergiftung gibt es auch rechtliche Stolperstellen.

So ist das Sammeln von Pilzen für den Eigenbedarf außerhalb von Schutzgebieten (z.B. Naturschutzgebiete) generell erlaubt. Verboten ist das kommerzielle Sammeln. Darauf weist das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hin.

Nicht alle Pilze dürfen gesammelt werden.

Einige Pilze stehen unter besonderem Schutz. Dazu gehören alle heimischen Trüffel-Arten, Semmel-Porlinge und Saftlinge sowie die Arten Schaf- Porling, Kaiserling und Sommer-Röhrling. In geringen Mengen gesammelt werden dürfen alle Arten von Pfifferlingen, Birkenpilze, Rotkappen und Morcheln sowie Steinpilze, Schweinsohr und Brätling.

Wie viel Pilzarten gibt es in NRW?

In Nordrhein-Westfalen gibt es über 3.700 so genannte Großpilze. Davon sind mehr als 1.350 gefährdet, sie stehen in NRW auf der aktuellen „Roten Liste“. Mehr Infos dazu gibt es unter https://www.lanuv.nrw.de/natur/artenschutz/rote_liste/.

Was macht Pilzen zu schaffen?

Durch Entwässerung, Anbau gebietsfremder Arten wie Fichten, Lärchen und Kiefern anstelle von natürlicherweise vorkommenden Eichen und Buchen sowie die Stickstoff- und Phosphatdüngung verlieren Pilze ihre Lebensräume. Deswegen spielten unbewirtschaftete und nicht gedüngte Wildnis- und Naturschutzgebiete eine wichtige Rolle beim Pilzschutz.

Pilzberatung

Eine deutschlandweite Zusammenstellung von Pilzsachverständigen findet sich auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM). Die Adresse lautet: https://www.dgfm-ev.de/speise-und-giftpilze/pilzberatung/pilzsachverstaendige.

Zu fast jedem essbaren Pilz gibt es ein ähnlich aussehendes, giftiges oder zumindest ungenießbares Gegenstück. Deswegen sollten nur Pilze sammeln, wer Pilze sicher bestimme kann. Ein sogenannter „Giftnotruf“ ist bundesweit rund um die Uhr unter Tel. 030-19240 erreichbar. Hilfe gibt es auch nach einer Mail an mail@giftnotruf.de.

Der Pilz des Jahres: 2017

Seit 1994 gibt es den „Pilz des Jahres“, in diesem Jahr kürte die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e. V. das „Judasohr“ zum Pilz des Jahres.
- PK -

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