Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Haushalt für 2018 eingebracht - Belastung der Kommunen sinkt

Eine sorgfältige Finanzplanung und intelligentes Wirtschaften beim Kreis in Kombination mit einer boomenden Wirtschaft und von Land und Bund in die Kreiskasse gespültes Geld in ungewohnter Höhe: All dies sorgt für eine recht entspannte Haushaltslage und ermahnt die Verantwortlichen gleichzeitig, in guten Zeiten für die des wieder knapper werdenden Geldes vorzusorgen.

Das ist die Botschaft, die Kreisdirektor und Kämmerer Dr. Thomas Wilk bei der Einbringung des Haushaltsplanentwurfes für 2018 im Kreistag sendete und die er mit einem Beispiel anschaulich untermauerte.

Eigenkapital ist deutlich gestiegen
So ist das Eigenkapital auf inzwischen rund 21 Millionen Euro angewachsen und brachte den vor Jahren noch von Überschuldung bedrohten Kreis in den „grünen Bereich“. Allerdings: „Was die Höhe des Eigenkapitals angeht, sind wir weiter das Schlusslicht im NRW-weiten Kreisvergleich“, setzte der Kreisdirektor die eigentlich beeindruckte Zahl in Relation zu den Finanzpolstern anderer.

Gleichwohl ist die Lage derzeit entspannt und daran lässt der Kreis wie gewohnt die Städte und Gemeinden teilhaben. Deren Zahllast sinkt gegenüber 2017 um 1,7 Millionen auf 255,3 Millionen Euro. Der Hebesatz liegt damit bei 41,85 v.H. (2017 = 45,41 v.H.).

Ausgleichsrücklage wird wieder eingesetzt
Darüber hinaus will Kreisdirektor und Kämmerer Dr. Thomas Wilk zur weiteren Entlastung der Städte und Gemeinden neuerlich die Ausgleichsrücklage einsetzen, um nach 2016 und 2017 wieder einen fiktiven Haushaltsausgleich darzustellen. Die derzeit in Rede stehenden 7,1 Millionen Euro sollen allerdings nicht in einem Schwung abfließen. Vielmehr soll das Geld linear auf drei Jahre verteilt eingesetzt werden, für 2018 bis einschließlich 2020 also rund 2,3 Millionen Euro.

„Vermeidung von Sprungeffekten“ nennt das der Kreisdirektor und hat dabei für die kommenden Jahre wieder befürchtete und vom Kreis nicht zu beeinflussende finanzielle Belastungen im Blick. Sein sorgenvolles Auge richtet sich dabei vor allem nach Münster, dem Sitz des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Sorge: LWL-Umlage wird weiter steigen
Die an den LWL für die Erledigung sozialer Aufgaben zu zahlende Umlage hat in diesem Jahr erneut die 100-Millionen-Euro-Schallgrenze durchbrochen. Sie bleibt mit im Entwurf 2018 eingeplanten 102,4 Millionen Euro ähnlich hoch, wird aber – so die Sorge des Kreisdirektors und Kämmerers – in den kommenden Jahren einen die Kreiskasse belastenden Aufschwung nehmen.

Auch angesichts dieser Befürchtung behält „intelligentes Wirtschaften“ in der derzeit etwas entspannteren Haushaltslage einen hohen Stellenwert: „Wir werden keinen Zuschuss verfallen lassen“, betont Wilk mit Blick auf Investitionen in Bildung wie in das Förderzentrum Unna (2 Millionen Euro), Neubau der Kreissporthalle (3,1 Millionen Euro) oder auch das über die Wirkungsorientierte Steuerung (WOS) Fahrt aufnehmende Straßenbauprogramm 2018 – 2023.
- Constanze Rauert -

 

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