Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Fachtag „Duale Ausbildung“ - Jeder fünfte Ausbildungsvertrag wird aufgelöst

Im Kreis Unna werden immer mehr Ausbildungsverträge aufgelöst. Grund genug für das Projekt „Bildung integriert“, sich besonders mit der beruflichen Bildung auseinanderzusetzen und den Bildungsmonitor „Berufliche Bildung. Duale Ausbildung im Kreis Unna“ zu entwickeln. Im Rahmen des Projektes führte der Fachbereich Schulen und Bildung des Kreises Befragungen von Azubis und Ausbildungsbetrieben durch.

Für Dirk Mahltig vom Fachbereich Schulen und Bildung ging es dabei insbesondere um die Fragen „Was muss getan werden, damit der Übergang von der Schule in den Beruf gut gelingt und Jugendliche den für sie passenden Ausbildungsplatz finden? Wie kann es gelingen, dass die Zahl der Auflösungsvertrage sinkt und die der Fachkräfte steigt?“

Knapp 23 Prozent der Ausbildungsverträge wurden 2017 aufgelöst. Der Ausbildungsbereich Handwerk, der bekanntlich bereits ohne hohe Abbruchsquote mit einem enormen Nachwuchskräftebedarf konfrontiert ist, ist mit 41 Prozent betroffen.

1.680 Azubis befragt

Die Befragung von 1.680 Berufsschülern und vier Ausbildungsbetrieben im Kreis, deren Ergebnisse Karolin Nix vom Fachbereich Schulen und Bildung vor 80 Fachleuten im SportCentrum Kaiserau am 12. März vorstellte, führte zu verschiedenen Kernaussagen.

„Den größten Unterstützungsbedarf weisen Azubis bei Fragen und Problemen im betrieblichen Bereich (38 Prozent) auf. Als wichtigste Ansprechpartner zeichneten sich bei den Befragten Familienmitglieder oder Freunde ab“, so Karolin Nix. „Die Zusammenarbeit zwischen berufsbildenden Schulen und Ausbildungsbetrieben wird aber insgesamt eher als positiv eingeschätzt.“

Unternehmen nähern sich an

Einige Betriebe haben bereits Maßnahmen auf den Weg gebracht, die langfristig zu mehr abgeschlossenen Ausbildungen führen sollen. Dazu gehören z.B. Angebote von innerbetrieblichen Patensystemen. Hinzu kommt, dass Unternehmen nicht mehr nur die klassischen Kommunikationswege gehen, sondern zunehmend über Social Media Stellen bewerben.

Am Ende des Tages steht fest: Es wird eine Menge getan, dennoch muss nachgesteuert werden – insbesondere im Handwerk. Dies ist sowohl Aufgabe der Akteure als auch der Politik, darin sind sich die Fachleute einig. Ebenso wie darin, dass die Veränderungen auf allen Ebenen des Bildungssystems eingeleitet werden müssen.

- Fabiana Regino -

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