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Fahrer-Befragung - Welches Ziel haben die LKWs?

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Es ist ein Ärgernis seit Jahren, die Natur leidet – doch das Problem ist zu komplex, als dass es eine schnelle Lösung geben könnte: Das Pröbstingholz in Kamen ist weiterhin in den Abendstunden und am Wochenende Ziel vieler LKW-Fahrer, die hier ihre Notdurft verrichten.

Das tun sie nicht freiwillig, doch die Männer, die mutmaßlich vor allem die Logistik-Unternehmen im Gewerbegebiet an der Gießer- und Formerstraße anfahren wollen, wissen außerhalb der Öffnungszeiten ihrer Zielunternehmen sonst nicht wohin.

Besonders die Naturfreunde Kamen engagieren sich für eine Lösung des unappetitlichen Problems und haben sich dazu auch an die Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG) gewandt. Die sucht nun nach einem Konzept, aber: „Viele der ansässigen Logistiker sehen sich nicht in der Pflicht, solange wir nicht nachweisen können, dass sie tatsächlich Ziel der LKW und damit in gewisser Weise Verursacher des Problems sind“, erläutert dazu Karin Rose, Prokuristin der WFG.

Gedankenaustausch im Kreishaus

Am Mittwoch, 25. September, trafen sich Landrat Michael Makiolla, Dirk Wigant (Beigeordneter der Stadt Unna) und Karin Rose (WFG) im Kreishaus Unna zu einem Austausch mit Friedhelm Lipinski (Ratsherr der Stadt Kamen), Wolfgang Ahlers (Ortsvorsteher Unna-Königsborn), Horst Schwerte (Kassierer Naturfreunde Kamen) und Heribert Jurasik (2. Vorsitzender der Naturfreunde Kamen), um den aktuellen Stand der Dinge zu besprechen.

„Um überhaupt ins Gespräch mit den Unternehmen kommen zu können, müssen wir nachweisen können, woher und wohin die LKW fahren. Um dies festzustellen, haben wir eine Befragung der LKW-Fahrer vor Ort vorbereitet“, konnte Karin Rose mitteilen. Dazu wurde ein Fragebogen entworfen, mit Fragen nach Herkunft und Ziel der LKW.

Im Laufe des Oktobers werden dann Interviewer im betroffenen Gewerbegebiet an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden die LKW-Fahrer befragen. Auch die Interviewer haben Kenntnisse vor allem in osteuropäischen Sprachen und können die Männer so direkt ansprechen. Die Umfrage ist natürlich anonym und freiwillig.

Keine Ausrede mehr

Nach der Auswertung entsteht damit die Basis für weitere Gespräche mit den Unternehmen. „Sollten wir die ansässigen Unternehmen als Ziele ausmachen können, werden wir an die Betriebe herantreten, um über mögliche Lösungsansätze zu sprechen – wenn sie denn bereit sind, das Problem anzugehen“, merkt Karin Rose an. Damit herausreden, man habe mit dem Problem nichts zu tun, ist dann jedenfalls nicht mehr möglich.

- WFG -

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