Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Gemeinsam gegenhalten – Fachtag zur Mediengewalt in Schulen

Das Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichte im letzten Monat Erkenntnisse über die massenhafte Verbreitung von Pornografie/Kinderpornografie unter Kindern und Jugendlichen. Auch die Kreispolizeibehörde Unna registriert einen Anstieg der Zahlen und organisierte nun zum Thema einen Fachtag.

Was machen Kinder und Jugendliche im Internet? Wie nutzen Kinder und Jugendliche das Handy? Wann müssen Schule und Polizei einschreiten? Um diese Fragen ging es bei der Veranstaltung zu „Mediengewalt an Schulen“ mit Vertretern von Schulen, aus der Politik, von Beratungsstellen und der Polizei.

Zur Einführung erläuterte der Erste Kriminalhauptkommissar Stefan Krusel die aktuelle Kriminalitätslage bei Kindern und Jugendlichen im Bereich der Neuen Medien. Anschließend hatte Prof. Dr. Klaus Hurrelmann das Wort.

Das Smartphone ist wie ein Werkzeug
Der renommierte Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswissenschaftler machte klar: „Das Smartphone ist für Jugendliche wie ein Werkzeug.“ Schule habe deshalb den Auftrag, Kinder und Jugendliche im Umgang mit den „Neuen Medien“ zu unterstützen. Hurrelmann fordert dafür eigenes Fach „Medienerziehung“ mit kompetenten und gut ausgebildeten Fachkräften.

Nach Professor Hurrelmann sind Aggressionen bei Jugendlichen vorhanden und wichtig für die Entwicklung. „Durch verbale und körperliche Auseinandersetzungen ausgelebte Aggressionen werden gesellschaftlich aber nicht mehr toleriert. Deshalb weichen Jugendliche in die virtuelle Welt aus.“ Der Wissenschaftler fordert als Konsequenz klare Grenzen und Aufklärung in der Medienerziehung schon im Grundschulalter.

Mehr Hilfestellung bekommen für Schulen im kommenden Jahr vom NRW-Schulministerium. Ministerialdirigentin Susanne Blasberg-Bense und der Krisenbeauftragte Martin Oppermann stellten dafür einen 10 Punkte Plan vor. Dabei wurde gleichzeitig klar: „Jede Schule muss sich intensiv mit dem Thema Mediengewalt beschäftigen.“

Medienscouts als „Best-Practice-Modell“
Als „Best-Practice-Modell“ vorgestellt wurde der Einsatz von Medienscouts, wie sie das Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz der Kreispolizeibehörde ausbildet. Doch egal, welche Ideen es gibt. In einem waren sich alle einig: „Mediengewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, gegen das wir gemeinsam vorgehen müssen.“

- Constanze Rauert -

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