Kreishaus Unna | Foto: nowofoto.de

Klima-Serie - Umweltfreundlich von A nach B

Allein die Welt retten – das ist vielleicht ein bisschen viel verlangt. Doch wenn es darum geht, unser Klima zu schützen, können viele zusammen Großes bewirken. Zum Beispiel überall, wo es darum geht, von A nach B zu kommen.

An einem normalen Werktag verlassen etwa 85 Prozent der Bevölkerung im Kreis Unna das Haus. Jeder mobile Mensch legt dabei durchschnittlich 3,2 Wege und Fahrten zurück und ist dabei im Schnitt 58 Minuten unterwegs. Das hat eine Mobilitätsbefragung ergeben. In Sachen Klimafreundlichkeit ist aber noch Luft nach oben. Denn zwei Drittel aller Wege werden mit dem Auto zurückgelegt.

Region der kurzen Wege
Umsteigen vom Auto auf den ÖPNV, aufs Rad, auf Schusters Rappen – oder auf eine Kombination daraus, dafür schafft der Kreis Unna seit vielen Jahren passende Rahmenbedingungen.

„Wir sind eine Region der kurzen Wege“, unterstreicht Sabine Leiße, Leiterin der Stabsstelle Planung und Mobilität des Kreises.

Viele Faktoren helfen dabei, klimafreundlich unterwegs zu sein:

  • ein gut ausgebautes, dicht getaktetes Busnetz mit großzügigen Verkehrszeiten. Der Kreis Unna verfügt mit der VKU über ein eigenes kommunales Verkehrsunternehmen und dadurch über entsprechenden Einfluss auf die Umsetzung von Maßnahmen
  • Beratung rund um Bus, Bahn und Radfahren durch die Servicezentrale fahrtwind
  • qualitativ hochwertige Radstationen mit Personal vor Ort insbesondere an Bahnhöfen und dazu zugangsgesicherte Radparkhäuser bilden zusammen ein zunehmend stärker verzweigtes Netz an Mobilstationen.
  • Radverkehrskonzept als Grundlage u.a. für den Radwegebau an Kreisstraßen sowie für die Bildung eines kreisweiten Radwegenetzes für schnelle und sichere Verbindungen im Alltagsverkehr
  • aktive Beteiligung an ruhrgebietsweiten Radprojekten wie dem Regionalen Radwegenetz Metropole Ruhr, dem Radschnellweg RS 1, sowie dem radrevier.ruhr
  • rund 110 Kilometer Radwege an Kreisstraßen
  • Carsharing-Angebote
  • fahrtwind-App ermöglicht digitalen Zugang im Sinne von Informieren, Registrieren, Buchen, Reservieren, Bezahlen aller klimafreundlichen Verkehrsangebote aus einer Hand (E-Ticketing und „single-sign-on“)

Dass die unterschiedlichen Verkehrsmittel besser vernetzt werden, daran arbeiten der Kreis und seine Partner schon lange – genauso wie an besseren Carsharing-Angeboten und guten Rahmenbedingungen für Radfahrer.

„Vor fast 30 Jahren eröffneten die ersten Radstationen in NRW, darunter auch die Radstation am Standort Lünen Bahnhof“, erinnert sich Verkehrsplaner Klaus-Peter Dürholt und nennt damit ein Beispiel für die langjährigen Bemühungen des Kreises zur Attraktivierung und Intensivierung  umweltfreundlicher Mobilität.

Radstationen und Radparkhäuser gehen dabei mit der Zeit, erläutert Dürholt: „Es gibt einen digitalen Zugang, der 24/7 funktioniert. Außerdem steht eine ständig modernisierte, hochwertige E-Bike-Verleihradflotte zur Verfügung.“

Schneller und über Kreisgrenzen hinweg
Häufiger das Rad nutzen, öfter in Bus und Bahn steigen – das macht nur, wer auch gute Verbindungen zu attraktiven Preisen findet. Der niederschwellige ÖPNV bildet dafür die Grundlage. Es gibt aber auch konkrete Pläne für die Zukunft, die der Kreis Unna über seine bevorstehende Nahverkehrsplanneuaufstellung umsetzen wird: Zügig und über Kreisgrenzen hinweg soll ein erweitertes und verdichtetes SchnellBus-Netz die Fahrgäste demnächst ans Ziel bringen. Ein Konzept dafür gibt es, es wird derzeit mit Städten, Gemeinden und Nachbarkommunen besprochen. Fördermittel stehen in Aussicht.

„Wir werden immer besser und attraktiver“, fasst Sabine Leiße zusammen. Schlussendlich liege es aber an jedem einzelnen, wie klimafreundlich er von A nach B kommt. Jeder Weg entscheidet mit. Und viele zusammen können Großes bewirken.
- Birgit Kalle -

 

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