Lippe | Foto: Hans Blossey

Landschaft

Landschaft

Der Kreis Unna befindet sich am Ballungsrand der Metropole Ruhr. Die Nutzungsansprüche an die Natur sind deshalb vielfältig. Das von Peter Driesch geleitete Sachgebiet vertritt die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes bei der Landschaftsplanung und als untere Naturschutzbehörde.

Landschaftsplanung

Naturschutz bedeutet, ökologisch wertvolle Flächen zu sichern und ökologisch minderwertige Flächen zu optimieren. Die planerische Grundlage hierfür ist der Landschaftsplan. Der Landschaftspläne sind  für alle  verbindlich.

Der Landschaftsplan

  • weist Schutzgebiete und -objekte mit spezifischen Verboten und Geboten aus: Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, geschützte Landschaftsbestandteile, Naturdenkmale
  • setzt Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen fest (Anlegen und Pflege von Hecken, Baumreihen, Feldgehölzen, Brachen, Säumen, Kleingewässern usw.)

Im Kreis Unna stehen 6 Prozent der Fläche unter Naturschutz, weitere 3,4 Prozent der Fläche stehen als geschützte Landschaftsbestandteile unter Schutz.

Zu den neuen Bestimmungen in diesen Landschaftsplänen stehen unter "Formulare & mehr" PDF-Dateien zum Thema Jagd, Angeln und Kanusport zur Verfügung.

Rechtskräftige Landschaftspläne setzt der Fachbereich auf der Grundlage vertraglicher Vereinbarungen mit den betroffenen Grundeigentümern um. Auf diese Weise wird Jahr für Jahr die Landschaft mit ca. 15 Kilometern Hecken, Baumreihen, Säumen usw. angereichert.

Darüber hinaus verfügt der Kreis Unna über Flächen für Naturschutzzwecke im Umfang von fast 800 Hektar (Stand: Januar 2019) und erwirbt jährlich weitere Grundstücke.

In Aufstellung und Umsetzung der Landschaftspläne ist der Kreis Unna im Regierungsbezirk Arnsberg führend.

Die aktuellen Fassungen der rechtskräftigen Landschaftspläne können komfortabel im "GeoService Kreis Unna" angezeigt werden (unter Kartensteuerung "Natur und Landschaft" wählen).

Unten sind Karten und Text der Landschaftspläne als PDF-Datei zu finden. Die Festsetzungskarten enthalten dabei die Schutzgebiete und die geplanten Naturschutzmaßnahmen und sind für Bürger wie Behörden verbindlich. Die Entwicklungszielkarten stellen fachliche Leitbilder dar und sind von Behörden bei ihren Planungen zu berücksichtigen, für den Bürger jedoch weniger von Bedeutung.

 

Landschaftsplan Lünen

 

Landschaftsplan Werne-Bergkamen

 

Landschaftsplan Selm

 

Landschaftsplan Kamen-Bönen

 

Landschaftsplan Holzwickede

 

Landschaftsplan Schwerte

 

Landschaftsplan Fröndenberg/Ruhr

 

Landschaftsplan Unna

Eingriffe in Natur und Landschaft

Als Eingriffe in Natur und Landschaft werden im Bundesnaturschutzgesetz Veränderungen von Grund und Boden bezeichnet, wenn sie Natur und Landschaft beeinträchtigen können. Das betrifft sowohl Gartenbesitzer wie auch Bauunternehmen, die z.B. ein Haus planen.

Wer eine Straße oder Hauses bauen möchte, ist grundsätzlich verpflichtet

  • den Artenschutz zu berücksichtigen
  • Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft (Eingriffe) zu vermeiden oder
  • auf geeignete Art und Weise auszugleichen.

Damit gilt das Verursacherprinzip. Das heißt, es muss ein Antrag gestellt und ein Genehmigungsverfahren durchgeführt werden. Das läuft wie folgt ab:

  • Kreisverwaltung nimmt Stellung zu den Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft sowie zu notwendigen Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen
  • Grundlage dafür bieten zwei Bewertungshilfen
  • Ausgleichsmaßnahmen können bereits im Vorgriff auf zukünftige Eingriffe durchgeführt und auf einem sogenannten "Ökokonto" gutgeschrieben werden
  • Um eine zügige Abwicklung des Genehmigungsverfahrens zu gewährleisten, berät der Fachbereich Natur und Umwelt Eingriffsverursacher bereits vor dem formalen Verfahren

Weitere Infos gibt es in der Broschüre zum Thema.

Eine Hilfestellung bei der Anlage und Pflege von Ausgleichsmaßnahmen geben diese Merkblätter:

Für die Bauleitplanung gibt es die Broschüre "Eingriffe bei Bauleitplanung". Um die Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen aus der Bauleitplanung zu optimieren hat der Kreis Unna

  • die Broschüre "Ökokonto und Flächenpool im Rahmen der Bauleitplanung" im Einvernehmen mit den kreisangehörigen Kommunen erarbeitet. Diese Broschüre ist Grundlage für die zahlreichen Ökokonten im Kreis Unna
  • als Pioniervorhaben in NRW aus Mitteln des Kreises einen "Ökologischen Grundstücksfonds" eingerichtet. In diesem werden eine Million Euro zur Verfügung gestellt, um Grunderwerb und Maßnahmendurchführung sowohl bei Ausgleichsmaßnahmen aus der Bauleitplanung als auch in der Landschaftsplanumsetzung vorzufinanzieren. Durch dieses an das Modell des "revolvierenden Fonds" aus der Flurbereinigung angelehnte Instrument konnte die Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen aber auch der Landschaftsplanung bereits deutlich flexibilisiert werden
  • als erster Kreis in NRW mit mehreren Städten und Gemeinden (Unna, Fröndenberg/Ruhr, Bönen, Holzwickede, Kamen. Selm und Werne) Verträge geschlossen, in denen diese Kommunen das Management der aus der Bauleitplanung resultierenden Ausgleichsverpflichtungen auf den Kreis übertragen. Der Kreis Unna übernimmt hierbei in enger Abstimmung mit der jeweiligen Stadt oder Gemeinde Grunderwerb, Planung, Umsetzung und Betreuung der Maßnahmen. Hierdurch werden einerseits die Städte personell entlastet und andererseits die Umsetzung der Maßnahmen optimiert

Artenschutz

Sowohl bei der Haltung von exotischen Arten als auch beim Umgang mit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt sind verschiedene gesetzliche Bestimmungen zu beachten. Gleiches gilt für Produkte, die aus geschützten Arten hergestellt werden.

Wer ein artgeschütztes Tier wie z.B. einen Papagei oder eine Schlange erwerben möchte

  • darf dies nur, wenn das Tier nachweislich aus einem legalen Import oder einer legalen Nachzucht stammt
  • muss den Erwerb schriftlich anmelden
  • muss die artgerechte Haltung des Tieres sicherstellen können

Auch der Verkauf oder Tod eines artgeschützten Tieres muss vom bisherigen Halter gemeldet werden.

Die notwendigen Formulare finden Sie unter "Formulare & mehr".

Mit diesen und vielen weiteren Regelungen für Besitz und Handel soll sichergestellt werden, dass kein Tier und keine Pflanze einer vom Aussterben bedrohten Art aus der Natur entnommen und in den Handel verbracht wird. Diese Regelungen sind Voraussetzung für effektive Kontrollen, da ansonsten z.B. ein Graupapagei, der aus einer legalen Nachzucht stammt, nicht von einem illegal aus der Natur entnommenen Tier zu unterscheiden wäre.

Auch im Umgang mit unseren heimischen Tier- und Pflanzenarten, die keinem besonderen Schutz unterstellt sind, ist Umsicht geboten. So ist es z.B. verboten

  • Nist- und Brutstätten zu zerstören
  • Tiere zu beunruhigen, zu verfolgen oder zu fangen
  • Tiere zu töten oder Pflanzenbestände zu vernichten

In der Regel dürfen somit unter anderem keine Schwalbennester von Hauswänden entfernt oder Kleingewässer zugeschüttet werden. Die Aufnahme verletzter oder kranker Tiere ist zulässig, wenn sie nach ihrer Gesundung unverzüglich wieder frei gelassen werden.

Fragen dazu beantworten die Experten aus dem Fachbereich Natur und Umwelt.

Grundsätzlich stehen alle wildlebenden Tiere, somit auch die Wespen, unter dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 41). Sie dürfen ohne vernünftigen Grund nicht getötet werden. Hornissen und Hummeln sowie alle Wildbienen stehen als Einzelarten unter besonderem Schutz; Maßnahmen an deren Nestern erfordern immer eine Genehmigung durch die untere Naturschutzbehörde, die mit einer Gebühr verbunden ist.

Für das Entfernen der Nester müssen Sie einen Kammerjäger bzw. Schädlingsbekämpfer beauftragen; auch die dafür anfallenden Kosten sind selbst zu tragen. Um keinen Betrieb zu bevorzugen, darf der Kreis keine Fachfirma nennen.

Wer ein Nest im Garten hat, sollte sich immer zunächst fragen, ob ein solcher Eingriff wirklich notwendig ist oder die Tiere und ihr Nest für einen Sommer toleriert werden können. Dies gilt vor allem dann, wenn sich das Nest nicht in unmittelbarer Nähe des Hauses bzw. Wohnung oder anderen häufig aufgesuchten Aufenthaltsbereichen befindet.

Zur speziellen Fragestellung des Umgangs mit Wespen und Hornissen ist unter "Formulare & mehr" ein Faltblatt zu finden.

Geschützte Bestandteile von Natur und Landschaft

Verschiedene Bestandteile von Natur und Landschaft sind gesetzlich geschützt, ohne dass es einer separaten Ausweisung bedarf. Darunter fallen nachfolgend näher erläuterte Landschaftsbestandteile und Biotope sowie Alleen. Grundlage sind das Bundesnaturschutzgesetz und das Landesnaturschutzgesetz

Maßnahmen, die zu einer Zerstörung oder einer sonstigen erheblichen oder nachhaltigen Beeinträchtigung u.a. folgender Landschaftsbestandteile führen können, sind verboten:

  • mit öffentlichen Mitteln geförderte Anpflanzungen für Zwecke des Naturschutzes und der Landschaftspflege außerhalb des Waldes und im Außenbereich im Sinne des Bauplanungsrechts
  • Hecken ab 100 Metern Länge im Außenbereich im Sinne des Bauplanungsrechts und Wallhecken
  • Anpflanzungen, die als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen festgesetzt wurden und im Kompensationsflächenverzeichnis erfasst sind.

Dieser gesetzliche Schutz wirkt direkt, ohne dass eine Unterschutzstellung erforderlich wäre.  

Zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Anpflanzungen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.

Das Kompensationsflächenverzeichnis im Kreis Unna kann im "GeoService Kreis Unna" (Kartensteuerung "Natur und Landschaft" wählen) angezeigt werden.

Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer sonstigen erheblichen Beeinträchtigung u.a. folgender Biotope führen können, sind verboten:

  • Natürliche oder naturnahe unverbaute Bereiche fließender und stehender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer und der dazugehörigen uferbegleitenden natürlichen oder naturnahen Vegetation sowie ihrer natürlichen oder naturnahen Verlandungsbereiche, Altarme und regelmäßig überschwemmten Bereiche
  • Moore, Sümpfe, Röhrichte, Großseggenrieder, Kleinseggenrieder, Nass- und Feuchtgrünland sowie Quellbereiche
  • Magerwiesen und -weiden, natürliche und naturnahe Block-, Schutt- und Geröllhalden, Lehm- und Lößwände, natürliche Felsbildungen, Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden, Borstgrasrasen, Trockenrasen, Halbtrockenrasen, Schwermetallrasen, Binnensalzstellen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte
  • Bruch-, Sumpf- und Auwälder, Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder

Dieser gesetzliche Schutz wirkt direkt, ohne dass eine Unterschutzstellung erforderlich wäre.  

Die gesetzlich geschützten Biotope im Kreis Unna können im "GeoService Kreis Unna" (Kartensteuerung "Natur und Landschaft" wählen) angezeigt werden.

Alleen an öffentlichen und privaten Verkehrsflächen sowie Wirtschaftswegen sind gesetzlich geschützt. Die Beseitigung von Alleen sowie alle Handlungen, die zu deren Zerstörung, Beschädigung oder nachteilige Veränderung führen können, sind dem entsprechend verboten. Davon nicht betroffen sind Pflegemaßnahmen und die bestimmungsgemäße Nutzung.

Dieser gesetzliche Schutz wirkt direkt, ohne dass eine Unterschutzstellung erforderlich wäre.  

Um den Alleenbestand nachhaltig zu sichern und zu entwickeln, sind die für die öffentlichen Verkehrsflächen zuständigen Behörden aufgerufen, rechtzeitig und in ausreichendem Umfang Neuanpflanzungen vorzunehmen.

Die Alleen im Kreis Unna können im "GeoService Kreis Unna" (Kartensteuerung "Natur und Landschaft" wählen) angezeigt werden.

Fördermöglichkeiten

Der Kreis Unna bietet Privatleuten für die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen finanzielle Anreize.

Das Kulturlandschaftsprogramm NRW enthält zahlreiche Förderangebote, die sich speziell an Landwirte richten. Es können Vertragsnaturschutz und Agrarumweltmaßnahmen unterschieden werden.

  • Für die Bewilligung von Zuwendungen im Vertragsnaturschutz, ist der Kreis Unna zuständig. In erster Linie fördert er die Extensivierung der Ackernutzung sowie der Grünlandnutzung in bestimmten Gebieten des Kreises (Förderkulisse). Zu diesem Zweck werden Landwirten verschiedene "Bewirtschaftungspakete" angeboten. Je nach Umfang der Bewirtschaftungsseinschränkungen und -auflagen gewähren wir Fördersummen bei Ackerextensivierungen bis zu 1.250 Euro und bei Grünlandextensivierungen bis zu 685 Euro pro Hektar und Jahr. Die Bewirtschaftungsverträge haben eine Laufzeit von 5 Jahren. 
  • Die Umwandlung von Acker in Grünland wird mit einmalig bis zu 890 Euro pro Hektar ebenfalls gefördert, wenn daran der Abschluss eines Extensivierungsvertrages gekoppelt ist. 
  • Im Kreis Unna wurden Verträge bezüglich einer Förderfläche von rund 320 Hektar und einer Fördersumme von rund 200.000 Euro abgeschlossen. Das Programm findet bei Landwirten mehr und mehr Zuspruch. Gerne berät der Fachbereich bei der Auswahl eines geeigneten Bewirtschaftungspaketes. Anträge sollten bis Ende Juni eingereicht werden. Vertragsbeginn ist der 1. Januar eines jeden Jahres. 
  • Zu den Agrarumweltmaßnahmen zählen beispielsweise die Anlage von Uferrandstreifen oder die langjährige Stilllegung landwirtschaftlich genutzter Flächen zu Zwecken des Umweltschutzes. Ansprechpartner ist die Kreisstelle der Landwirtschaftskammer.

Im Rahmen seiner Klima- und Naturschutzaktivitäten hat sich der Kreis Unna ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: 100.000 Bäume sollen in unserem Kreis, einem der waldärmsten Kreise Nordrhein-Westfalens, in den nächsten Jahren gepflanzt werden.

Hierbei ist der Kreis neben Anpflanzungen auf eigenen Grundstücken auf die Mithilfe umweltbewusster Bürgerinnen und Bürger angewiesen.

Deshalb stellt der Kreis kostenlos Pflanzgut für neue Hecken, Wälder, Feldgehölze und Obstwiesen in der freien Landschaft zur Verfügung. Voraussetzung ist eine Mindestgröße der geplanten Anpflanzung von 400 Quadratmetern bzw. bei Obstwiesen von 2.500 Quadratmetern.

Im Kreis Unna sind - wie allerorten - seit Jahrzehnten die Bestände der Tiere und Pflanzen der Ackerlandschaften stark rückläufig. Die Brutvorkommen des Kiebitzes, der Feldlerche und des Rebhuhns nehmen seit Jahren stark ab. Die letzten Grauammerpaare haben den Kreis im Jahr 2000 verlassen, die Wiesenweihe brütet nur noch sporadisch im Kreisgebiet.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband und die Landwirtschaftskammer NRW unterstützen den Kreis Unna daher bei der Schaffung von Acker­brachen im Rahmen des Projektes "Kiebitz und Co. - der Schutz von Feldflora und Feldfauna im Kreis Unna".

Auf diesen Flächen soll in der Brutzeit der Feldvögel keine Bestellung erfolgen und so der Bruterfolg gesichert werden. Zudem können auf diesen Flächen heimische Ackerwildkräuter, deren Samen noch immer im Boden ruhen, wieder erblühen. Diese bieten Jungvögeln Schutz und schaffen günstige Bedingungen für Insekten, die den Feldvögeln als Nahrung dienen.

Landwirte, die an dem Projekt teilnehmen, erhalten eine jährliche Entschädigung in Höhe von 917 Euro/ha für den Ertragsausfall und den Arbeitsaufwand. Antragsteller können nur Bewirtschafter landwirtschaftlicher Betriebe sein.

Naturschutzbeirat und Naturschutzwacht

Die untere Naturschutzbehörde wird in ihrer Arbeit vom Naturschutzbeirat und der Naturschutzwacht begleitet und unterstützt.

Zur unabhängigen Vertretung der Belange von Natur und Landschaft im Kreis Unna besteht ein Naturschutzbeirat.

Er setzt sich aus 16 ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen, die je zur Hälfte von den Naturschutzverbänden (BUND, NABU, LNU) und Naturnutzerverbänden (Landwirtschaftsverband, Waldbauernverband, Gartenbauverband, Landesjagdverband, Fischereiverband, Landessportbund, Imkerverband) vorgeschlagen werden.

Der Naturschutzbeirat hat die Aufgabe

  • Vorschläge und Anregungen zu Schutz, Pflege und Entwicklung der Landschaft zu unterbreiten
  • der Öffentlichkeit die Absichten und Ziele von Landschaftspflege und Naturschutz zu vermitteln und
  • Fehlentwicklungen in der Landschaft entgegenzuwirken

Vor allen wichtigen Entscheidungen und Maßnahmen im Natur- und Landschaftsschutz muss der Naturschutzbeirat gehört werden. Die Themen werden daher auf die Tagesordnung der Beiratssitzungen gesetzt. Dazu zählen beispielsweise Befreiungen von den Vorschriften der Schutzgebiete, die für die Durchführung verschiedener Vorhaben erforderlich sein können.

Die Sitzungen des Naturschutzbeirates sind öffentlich. Jeder kann daher die Möglichkeit nutzen, sich über aktuelle Themen des Naturschutzes im Kreisgebiet zu informieren.

Die Naturschutzwacht des Kreises Unna - das sind 29 engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich in getrennten Dienstbezirken ehrenamtlich als Naturschutzbeauftragte für den Schutz von Natur und Landschaft einsetzen. Sie werden vom Naturschutzbeirat als "Beauftragte für den Außendienst" vorgeschlagen und vom Kreis bestellt.

Die Naturschutzbeauftragten unterstützen bei der Wahrnehmung der Aufgaben.

Sie behalten ihren Dienstbezirk "im Auge" und unterrichten den Fachbereich z.B. von

  • Gehölzbeseitigungen in der Zeit zwischen dem 1. März und 30. September eines jeden Jahres
  • Ablagerungen von Müll und Grünabfällen in der Landschaft
  • Errichtung ungenehmigter Bauten und Anlagen
  • Unzulässiger Anwendung von Pflanzenschutzmitteln
  • Verletzungen von Schutzvorschriften
  • Anderen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft

Reiten, Reitkennzeichen und Reitabgabe

Die abwechslungsreiche Landschaft im Kreis Unna lässt sich bei einem Ausritt mit dem Pferd gut erkunden. Um jedoch potentielle Konflikte mit der Natur oder anderen Bürgern zu vermeiden, sind gewisse Regelungen einzuhalten.

Nach den Vorgaben des Landesnaturschutzgesetzes dürfen Reiter in der freien Landschaft zum Zwecke der Erholung auf öffentlichen Verkehrsflächen sowie auf privaten Straßen und Wegen auf eigene Gefahr reiten. Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer zu nehmen, insbesondere auf Fußgänger, muss selbstverständlich sein.

Nicht beritten werden dürfen Gärten, Hofräume und sonstige zum privaten Wohnbereich gehörende oder einem gewerblichen oder öffentlichen Betrieb dienenden Flächen. Auch bleiben die Vorschriften des Straßenrechts und des Straßenverkehrsrechts unberührt. So ist beispielsweise das Reiten auf einen ausgewiesenen gemeinsamen Fuß- und Radweg nicht erlaubt.

Der Kreis Unna hat in Zusammenarbeit mit der zuständigen Forstbehörde, den betroffenen Kommunen sowie den Waldbesitzer- und Reiterverbänden die aktuell gültige Regelung für das Reiten im Wald erarbeitet. 

Demnach ist das Reiten in den Schwerter Waldgebieten "Ebberg", "Schwerter Wald" sowie im Raum "Bürenbruch" auf die gekennzeichneten Reitwege beschränkt. In allen anderen Waldgebieten im Kreis ist das Reiten zum Zwecke der Erholung auf privaten Straßen und Fahrwegen sowie auf den gekennzeichneten Reitwegen auf eigene Gefahr gestattet. Mit Fahrwegen sind dabei befestigte oder naturfeste Waldwirtschaftswege gemeint, die in der Regel so breit sind, dass eine gefahrlose Begegnung zwischen Reitern und anderen Erholungssuchenden möglich ist.

Die Waldbereiche, in denen das Reiten auf die ausgewiesenen Reitwege beschränkt ist, können im "GeoService Kreis Unna" abgerufen werden (bei Kartensteuerung "Freizeit & Tourismus" / "Reitwege, Kreis Unna" aktivieren).

In den über die Landschaftspläne ausgewiesenen Naturschutzgebieten im Kreis Unna ist das Reiten grundsätzlich nicht erlaubt. Eine Ausnahme stellt das Naturschutzgebiet "Wälder bei Cappenberg" in Selm und Werne dar, das auf den gekennzeichneten Reitwegen beritten werden darf. Darüber hinaus ist das Reiten im Lüner Naturschutzgebiet "Welschenkamp" auf den vorhandenen Wegen gestattet.

Die Grenzen der ausgewiesenen Naturschutzgebiete können über den "GeoService Kreis Unna" (Kartensteuerung "Natur und Landschaft") abgerufen werden.

Weiterhin wird derzeit das Reiten im Naturschutzgebiet "Uelzener Heide - Mühlhauser Mark" auf dem dort ausgewiesenen Reitweg geduldet. Dieser verbindet die entlang der stillgelegten Bahnstrecke Unna-Königsborn/Welver angelegten Reitweg-Teilstücke östlich und westlich der Heerener Straße. Im Rahmen eines Landschaftsplanänderungsverfahrens soll der Verbotstatbestand künftig um diese Ausnahme ergänzt werden.

Insgesamt existieren im Kreisgebiet rund 33 km ausgewiesene Reitwege, so z.B. 

  • In den Schwerter Waldgebieten

          "Ebberg"

          "Schwerter Wald"

          "Bürenbruch"

  • Entlang der stillgelegten Bahnstrecke Unna-Königsborn/Welver
  • Im Naturschutzgebiet "Wälder bei Cappenberg" zwischen Selm und Werne

Die ausgewiesenen Reitwege sind auch im "GeoService Kreis Unna" bei Kartensteuerung "Freizeit & Tourismus / Reitwege, Kreis Unna" zu finden.

Wer in der freien Landschaft oder im Wald reiten will, benötigt ein gültiges Reitkennzeichen. Die Ausgabe dieses Kennzeichens wird mit der Erhebung einer Reitabgabe verbunden. Sie beträgt 25 Euro für Privatpersonen und 75 Euro für Reiterhöfe pro Jahr zuzüglich Verwaltungsgebühren.

Zum Antragsformular. Es kann ausgefüllt im Original, per E-Mail oder per Fax geschickt werden.

Der Kreis Unna bietet an, zu Beginn des jeweiligen Kalenderjahres die Reiterplaketten für das laufende Jahr automatisch zuzusenden. Die erforderliche Einverständniserklärung ist dem Antragsformular beigefügt.

Die Einnahmen aus der Reitabgabe wird zweckgebunden u.a. auch für die Anlage und Unterhaltung der Reitwege verwendet. Das Reitkennzeichen muss im Übrigen bei allen Ausritten in der freien Landschaft oder im Wald beidseitig und gut sichtbar am Zaumzeug des Pferdes angebracht werden.


Formulare & mehr

Kurzlink
https://www.kreis-unna.de/x/dC-c2b141

Auskunft

Leitung

Peter Driesch
Fon 0 23 03 / 27-10 69
Fax 0 23 03 / 27-12 97
peter.driesch@kreis-unna.de

Landschaftsplanung

Sebastian Heide-Napierski
Fon 0 23 03 / 27-16 70
Fax 0 23 03 / 27-12 97
sebastian.heide-napierski@kreis-unna.de

Hermann Knüwer
Fon 0 23 03 / 27-21 70
Fax 0 23 03 / 27-12 97 
hermann.knuewer@kreis-unna.de

Eingriffe in Natur und Landschaft

Fachplanungsverfahren

Regina Moenck
Fon 0 23 03 / 27-11 70
Fax 0 23 03 / 27-12 97 
regina.moenck@kreis-unna.de

Angelika Molzahn
Fon 0 23 03 / 27-17 70
Fax 0 23 03 / 27-12 97 
angelika.molzahn@kreis-unna.de

Bauvorhaben im Außenbereich

Mario Masell
Fon 0 23 03 / 27-12 70
Fax 0 23 03 / 27-12 97 
mario.masell@kreis-unna.de

Bauleitplanung

Dr. Michael Schult
Fon 0 23 03 / 27-15 70
Fax 0 23 03 / 27-12 97 
michael.schult@kreis-unna.de

Ausgleichsflächenmanagement, Ökokonto

Martin Czygan
Fon 0 23 03 / 27-13 70
Fax 0 23 03 / 27-12 97
martin.czygan@kreis-unna.de

Artenschutz

Stephanie Wabbels
Fon  0 23 03 / 27-24 70
Fax  0 23 03 / 27-12 97
stephanie.wabbels@kreis-unna.de

Geschützte Bestandteile von Natur und Landschaft

Regina Moenck
Fon 0 23 03 / 27-11 70
Fax 0 23 03 / 27-12 97 
regina.moenck@kreis-unna.de

Angelika Molzahn
Fon 0 23 03 / 27-17 70
Fax 0 23 03 / 27-12 97 
angelika.molzahn@kreis-unna.de

Fördermöglichkeiten

Kulturlandschaftsprogramm

Martina Schepers
Fon 0 23 03 / 27-21 69
Fax 0 23 03 / 27-12 97
martina.schepers@kreis-unna.de

Streuobstwiesen, Pflanzgut

Hartmut Kemper
Fon 0 23 03 / 27-22 70
Fax 0 23 03 / 27-12 97
hartmutanton.kemper@kreis-unna.de

Agrarumweltmaßnahmen

Frau Rehers
Fon 0 23 03 / 9 61 61 39

Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe
Kreisstelle Ruhr-Lippe
Platanenallee 56
59425 Unna

Naturschutzbeirat

Birgit Rüttimann
Fon 0 23 03 / 27-25 70
Fax 0 23 03 / 27-12 97 
birgit.ruettimann@kreis-unna.de

Heike Fritz
Fon 0 23 03 / 27-14 70
Fax 0 23 03 / 27-12 97 
heike.fritz@kreis-unna.de

Naturschutzwacht

Stephanie Wabbels
Fon  0 23 03 / 27-24 70
Fax  0 23 03 / 27-12 97
stephanie.wabbels@kreis-unna.de

Reiten, Reitkennzeichen, Reitabgabe

Martina Giec
Fon 0 23 03 / 27-20 69
Fax 0 23 03 / 27-12 97
martina.giec@kreis-unna.de