Industriekultur

Industriekultur

Weg sind sie – die eisernen Gerüste der Fördertürme, die ewig rauchenden Schornsteine, die Hochofenbatterien. Doch so ganz verschwanden sie dann doch nicht: Heute gehören sie zur Industriekultur im Ruhrgebiet.

Auch im Kreis Unna gibt es sie, die Relikte aus vergangener Zeit. Sie sind heute beliebte Treffpunkte und Ziele für einen Ausflug.

Sogenannte Ankerpunkte leiten Besucher auf der Route der Industriekultur des Ruhrgebiets von Glanzpunkt zu Glanzpunkt einer bedeutenden Wirtschaftsepoche.

Mehr zur Route der Industriekultur: www.route-industriekultur.ruhr 

Ein Ankerpunkt der Route der Industriekultur ist die Lindenbrauerei in Unna. Früher wurde hier Bier gebraut, heute verbirgt sich hinter der historischen Industriefassade ein modernes Kultur- und Kommunikationszentrum mit Theater, Szenekneipen und dem Zentrum für Internationale Lichtkunst.

Er leuchtet im Dunkeln – der Förderturm Königsborn III/IV in Bönen. Mit der Lichtkunstinstallation „Yellow Marker“ von Mischa Kuball ragt er auch nach der Stilllegung der Zeche weithin sichtbar in den Bönener Himmel. Das Architekturdenkmal der 1920er Jahre hat sich heute als Veranstaltungsort für Musik und Kleinkunst etabliert: Er war Schauplatz der „Extraschicht“, für Filme aber auch Musikfeste.

Die Fantasie von Star-Designer Luigi Colani reicht auch für ausgefeilte architektonische Luftnummern. So krönte er das 1995 nach dem „Aus“ der Schachtanlage Minister Achenbach nutzlos gewordene Fördergerüst mit einem 300 Quadratmeter großen ellipsenförmigen Büro aus Kunststoff. Das „Colani-Ufo“ ist heute das weithin sichtbare Wahrzeichen des Technologiezentrums LÜNTEC und das inzwischen am meisten fotografiertem Motiv in Lünen.

Umgeben vom "Himmelmannpark" vereint das Kulturzentrum Ruhraue mit dem Fröndenberger "Kettenschmiedemuseum" und der "Kulturschmiede" Moderne und Tradition, Kulturangebote und Naturerleben. Der bei Skatern, Minigolfern und Tennisspielern beliebte Himmelmannpark ist über den Ruhrtal-Radweg gut zu erreichen.

Das 1999 eröffnete Kettenschmiedemuseum bewahrt die Erinnerung an eine »heiße« Geschichte. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts brannten auf vielen Höfen rund um Fröndenberg Schmiedefeuer. Als Ende des 19. Jahrhunderts dicke Ketten für den Schiffsbau und den Bergbau gebraucht wurden, entstand eine florierende Industrie. Die Erinnerung daran hält ein Förderverein wach. Er trug Maschinen und Werkzeuge zusammen und begeistert mit einer sprühenden Vorführung des Kettenschmiedens.

Angefangen hat alles 1896: Da wurde an der Ruhr in Schwerte eine Pumpstation für die Trinkwasserversorgung gebaut. Über Jahre tat sie ihren Dienst, wurde schließlich von den Dortmunder Stadtwerken als Reparaturort von Rohren genutzt. Nach langem Leerstand übernahm eine Bürgerstiftung im Jahr 2000 die Rohrmeisterei und verwandelte sie in ein stimmungsvolles Industriedenkmal mit einem ebenso abwechslungsreichen wie hervorragenden Kulturangebot.

Ganz nah ist die Schwerter Senfmühle. Hier wird nach Originalrezepten Schwerter Senf auf historischen Mühlsteinen gemahlen.