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Frauen im Erwerbsleben

Frauen im Erwerbsleben

Seit 1949 heißt es im Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“. Seitdem zeigt sich ein stetiger Wandel bei den bestehenden Rollenbildern. Allerdings ist im Alltag vieler Frauen und Männer dieser Wandel noch nicht angekommen. Die Lebensverhältnisse von Frauen und Männern sind auch heute noch sehr unterschiedlich.

Besonders deutlich wird dieser Unterschied im Erwerbsleben. Es gibt nahezu gleich viele berufstätige Frauen wie Männer. Allerdings relativiert sich dieser Eindruck der beruflichen Integration von Frauen, wenn man die Arbeitszeit und das Arbeitsvolumen als Kriterium hinzuzieht. Frauen arbeiten wesentlich häufiger in Teilzeitbeschäftigungen und geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen. Dieses reduzierte Gehalt spiegelt sich in der reduzierten Rente wieder und erklärt so, dass „Armut weiblich ist“. 

Frauen stellen 45 Prozent der Beschäftigten in deutschen Betrieben. Aber in der obersten Leitungsebene sind sie nach wie vor unterrepräsentiert.

Bei der Erwerbsbeteiligung kinderloser Frauen hat in Deutschland eine positive Entwicklung stattgefunden. Ein anderes Bild entsteht bei der Erwerbsbeteiligung von Müttern. Die Diskrepanz zwischen Männern und Frauen mit Kindern im Haushalt beträgt fast 25 Prozent. Je mehr Kinder im Haushalt betreut werden, desto niedriger ist die Beschäftigungsquote der Mütter. Im Internationalen Vergleich nimmt Deutschland deshalb einen unterdurchschnittlichen Platz ein. Sieben von zehn Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit nach der Geburt des ersten Kindes, während viele Männer ihre Karriere in dieser Zeit voranbringen. Die Neuregelungen zur Elternzeit bieten auch Vätern die Chance sich mehr an der Erziehung ihres Kindes zu beteiligen. Diese Möglichkeit wird von Männern sehr zögerlich angenommen. Väter, die ihre Arbeitszeit aus familiären Gründen reduzieren, fallen bisher statistisch nicht ins Gewicht. Besonders die Männer müssen sich den Herausforderungen der Familien - und Pflegearbeit stellen und diese in ihre Lebensplanung einbeziehen. 

Ein weiterer Aspekt ist die bestehende Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern. Frauen bekommen nur ca. 77 Prozent des männlichen Gehaltes. Damit liegt Deutschland im EU-Vergleich auf dem viertletzten Platz. Studien belegen, dass hierfür vorrangig noch immer die traditionellen Rollenzuschreibungen Hauptursache sind. Das heißt, Dauer und Häufigkeit familienbedingter Erwerbsunterbrechung sind Hauptursache für die fortbestehende Entgeltungleichheit von Frauen und Männern.

Um auf diese Lohnungleichheit aufmerksam zu machen, findet seit 2008 auch in Deutschland einmal im Jahr der "Equal Pay Day" statt. 

So lange Frauen in schlecht bezahlten Frauenberufen arbeiten und damit ihr Einkommen geringer ist als das der Männer, wird dieses auch in einer Partnerschaft als eher verzichtbar angesehen werden. Und umso wahrscheinlicher ist es, dass die Frau ihre Berufstätigkeit wegen der Sorge um Kinder oder der Pflegebedürftigkeit von Angehörigen unterbricht.

Um eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern am Erwerbsleben zu erreichen sind deshalb noch viele Rahmenbedingungen zu schaffen, unter anderem

  • eine höhere Bewertung von Frauenarbeit
  • eine Verbesserung der Ausbildungsperspektiven von jungen Frauen
  • eine Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen
  • eine Verringerung der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern
  • bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit und Beruf für Mütter und Väter, dazu gehören qualifizierte Teilzeitstellen und qualifizierte Ganztagsbetreuung für Kinder