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Eckart Wendler

Eckart Wendler | 50 Jahre Malerei

29. November 2009 bis 17. Januar 2010

Eine ausdrucksstarke Formenvielfalt in verschiedensten Ausprägungen und Techniken kennzeichnen das umfangreiche Werk Eckart Wendlers. Zu Beginn ist der Essener Kirchenmaler und Restaurator Joseph van Heekern für die theoretische Vermittlung der Kunstgeschichte und für die praktische Organisation von Bild flächen verantwortlich, die den jungen Eckart Wendler im Umgang mit leuchtender Farbigkeit und bleistegartiger Linienführung vertraut macht.

Gustav Deppe, der 1948 gemeinsam mit Thomas Grochowiak, Ernst Hermanns, Emil Schumacher, Heinrich Siepmann und Hans Werdehausen als Mitbegründer der Gruppe „junger westen“ seit 1953 einer Lehrtätigkeit an der Werkkunstschule in Dortmund nachging, vertiefte Wendlers Einblick in expressive Darstellungsformen. Allerdings in der ausgeprägten Mühsal, den Schüler Wendler von einem Malprozess des zufällig und formlos Entstehenden zu überzeugen, da Wendler in seinen damaligen Stillleben- und Landschaftsbildern einer klar umrissenen Form folgte und sein Werk nur ungern dem kalkulierten Zufall überließ. Der Gewinn dieser Übungen war das Fundament auf dem Eckart Wendler in Saarbrücken bei Boris Kleint aufzustocken hoffte.

Der ehemalige Assistent von Johannes Itten unterrichtete damals bereits seit 10 Jahren die Meisterklassen für Malerei und die Grundlehre an der dortigen Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk. Fernand Léger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Willi Baumeister, Victor Vasarely aber auch Pablo Picasso, Henri Matisse, Jacques Lipchitz und Henri Laurens sind die bekannten Namen und stillen Lehrer Wendlers. Vor allem die Ausstellung der Ar beiten Fernand Légers im Dortmunder Museum am Ostwall Ende der 50er Jahre wurde zu einem nachhaltigen und prägenden Erlebnis für den aufgeschlossenen Maler. Boris Kleint riet dem jungen Schüler, nicht weiter die Farben in feste Formen zu sperren und sich der neuen, bisher unbekannten, Malerei des Informel zuzuwenden. Eckart Wendler entfernte sich nun als Künstler des reflektiven Experiments mehr und mehr vom Gegenstand, gelangte über rhythmische Elemente und eine serielle Arbeitsweise zu plastischen Bildern und Bildräumen an denen Wirkungen des Lichtes sichtbar wurden.

Mit Beginn der 60er Jahre führte das Studium der Pädagogik, Psychologie, Philosophie und Kunstdidaktik Eckart Wendler zur Lehrtätigkeit. Seit 1978 ist Eckart Wendler Mitglied des Kreiskunstvereins Beckum-Warendorf, Gründungsmitglied der Gruppe „Eikon“ und des Hammer Künstlerbundes. Zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland, Studienreisen nach Frankreich, Griechenland, Israel, den USA und Kanada sprechen für eine umtriebige Suche nach einer künstlerischen Vollkommenheit, der Wendler mit jeder neuen Erfahrung näher rückt. „Das Unbekannte in der Kunst“! – Ein Buch, das Willi Baumeister ab 1943 geschrieben hatte und erst 1947 veröffentlicht wurde, war zur Legitimationsschrift der Abstraktion geworden und zog auch Eckart Wendler in seinen Bann. Es gab ihm regelrecht sein „Lebensthema“ vor und führte ihn zur Tuschemalerei des Zen-Buddhismus und sogar zum Bogenschiessen als Möglichkeit, sich auf eine Intuition konzentrieren zu können, um diese im richtigen Augenblick zu erfassen und schließlich auf die Bildwelt zu übertragen. Der Prozess der künstlerischen Selbsterfahrung ist in den verschiedensten Mal-, Zeichen- und Drucktechniken dokumentiert. Nicht als tradierter Maler des Informel, sondern als Maler der informellen Tradition ist Eckart Wendler eine wichtige Stütze für den Erhalt einer gefährdeten Gattung. Wendler selbst bringt es auf den Punkt: „Ich bin Maler.“

Andreas Schnieder, Kunsthistoriker Minden

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