Interviews zur Aktionswoche – Betroffene erzählen

Grafik: www.aktionswoche-alkohol.de

Der Sozialpsychiatrische Dienst des Kreises Unna ist Anlaufstelle für alle, die Rat und Hilfe in einer schwierigen Situation suchen – zum Beispiel bei einem Alkoholproblem. Zur Aktionswoche Alkohol 2022, die vom 14. bis zum 22. Mai läuft, haben die Fachleute des Dienstes daher Betroffene gefragt: „Wie ist deine Beziehung zu Alkohol?“ Drei Interviews haben sie im April und Mai 2022 geführt, die einen Einblick in den Alltag von ehemaligen Alkoholikern und einer Angehörigen geben.

Ein ehemaliger Alkoholiker aus Lünen erzählt so zum Beispiel von dem Beginn seiner Sucht:

„Früher war Alkohol mein bester Freund. Vor 10 Jahren, nach der Trennung von meiner Frau, habe ich angefangen regelmäßig Alkohol zu trinken. Mit der Zeit hat sich erst die Biermenge erhöht und dann bin ich auf Schnaps umgestiegen. Zuletzt habe ich ca. 1,5 Liter Schnaps am Tag getrunken.“  Heinz (72) aus Lünen

Hilfe von Experten

Die authentischen, anonymisierten Interviews haben die Suchtberater des Sozialpsychiatrischen Dienstes geführt. Sie sind die Fachleute und Ansprechpartner für Betroffene und Angehörige. Es gibt dabei vielfältige Hilfestellungen je nach dem individuellen Fall. Das kann die Begleitung in die Reha sein oder die Vermittlung in eine Selbsthilfegruppe. Die Beratung ist ein kostenfreies Angebot.

Die Woche der Sucht zielt darauf ab, unter der zentralen Fragestellung „Wie ist deine Beziehung zu Alkohol?“ in den Dialog zu gehen und zum Nachdenken über den Umgang mit Alkohol anzuregen. Deshalb haben die Expertinnen und Experten Interviews geführt, mit besonderem Fokus auf die Unterstützung der Sucht-Selbsthilfe.

„Bin im Graben aufgewacht“

Dabei haben die Fachleute auch nach einschneidenden Erlebnissen gefragt, die zum Umdenken geführt haben. Eine Betroffene erzählt:

„Ja, das Schlimmste, was mir in meinem Leben widerfahren ist, war, dass ich plötzlich im Winter in einem Graben aufgewacht bin und nicht mehr wusste, wie ich dort hineingekommen bin, noch was vorher passiert ist. […] Ich war stark unterkühlt und man hat Drogen in meinem Urin gefunden, wobei ich mir absolut sicher bin, noch nie Drogen in meinem Leben konsumiert zu haben. Es war ein Schock […].“  Martina (ohne Alter) aus dem Kreis Unna

Solche Erlebnisse müssen verarbeitet werden. Helfen können dabei auch Selbsthilfegruppen, darin sich alle drei Interviewten einig. Eine Angehörige erzählt zum Beispiel, wie wichtig die Gruppe mittlerweile ist:

„Für mich ist das ganz wichtig, weil ich das Gefühl habe, dass es mir guttut und dass ich mit dem Thema nicht alleine bin. Es ist ein Ort, an dem ich mich austauschen kann […]. Außerdem finde ich, dass es eine nette Gruppe ist mit einer guten Atmosphäre, in der ich mich öffnen kann und frei reden kann.“  Dagmar (65) aus Kamen

- Max Rolke -

Alle Interviews in der Übersicht:

Weitere Informationen zur Suchtberatung gibt es unter www.kreis-unna.de/spdi. Viele weitere Informationen zur Suchtwoche gibt es unter www.aktionswoche-alkohol.de.

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